Runterflieger

Gleitschirm Blog

02.07.18 Chabre (Chabre Open)

| Keine Kommentare

Heute also Task2 der Chabre Open 2018. Die Sonne lacht wie eigentlich jeden Tag und wir fahren nach einem kurzen Morgenbriefing rauf auf den Chabre. Inzwischen habe ich auch gelernt, dass man am besten direkt nach dem Eintreffen am Startplatz, die Ausrüstung komplett startklar macht, denn zwischen Startbriefing und „Window Open“ ist meist wenig Zeit.

Für heute ist eine 62km Aufgabe ausgeschrieben. Immerhin kann ich mich einen Ticken besser in der Landschaft orientieren, als in den letzten beiden Tagen. Diesmal überlege ich mir „vorher“ schon, welche Routenvariante sinnvoll sein könnte.

Auch beim Start habe ich gelernt, warten bis jeweils die letzte heftige Ablösung durch ist und dann vorsichtig raus! Klappt ganz gut.

Ich finde, dass die Luft heute viel angenehmer zu fliegen ist als in den letzten Tagen, ich fühle mich gleich pudelwohl und klettere mit dem Pulk vor der Startlinie nach oben. Als das Rennen los geht, bin ich ganz gut positioniert, nehme den ersten Wendepunkt und fliege dann wieder die Ridge ein Stück zurück Richtung Startplatz, bevor ich zum „Vulkan“ Richtung Norden abbiege. Auch wenn der Wind schiebt, ich komme knapp an Grathöhe am Vulkan an, finde aber gleich eine gemütliche Thermik die mich deutlich drüber schiebt. Da innerhalb dieses Bergkessels keine Landemöglichkeit besteht, drehe ich lieber noch ein Stückchen, bis es komfortabel drüber geht. Auf der anderen Seite des Bergkessels finde ich nicht viel, also fliege ich gleich weiter zur nächsten Kante. Dort sehe ich einen anderen Schirm soaren, aber so richtig Höhe scheint er nicht zu machen. Ich muss eh noch den Wegpunkt einsammeln und fliege daher ein Stück Richtung Westen und werde dann fast aus dem Stand in den Orbit katapultiert. Ich glaub 9m Steigen pro Sekunde hatte ich bislang noch nie, ich weiß nicht ob ich das geil oder unheimlich finden soll, aber ich häng mich rein und bin in Nullkommanix an der Basis.

Auf dem Sprung zur nächsten Ridge habe ich wieder ganz schön Saufen, aber als ich endlich ankomme, finde ich auch schnell wieder die nächste Thermik bis an die Wolke. Eigentlich ist es dort ganz soft, aber aus dem Nichts heraus fliegt mir an der Basis der halbe Schirm um die Ohren. Immerhin, geht gleich wieder auf und wir fliegen beide unbeirrt weiter. Der nächste Talsprung sieht sehr weit aus, aber zu meiner großen Freude schiebt mich der Wind und ich verlieren nur wenig Höhe. Am letzten Wegpunkt geht es sofort wieder ab an die Basis, da hänge ich nun, halb in der Wolke, mein „Glide-to-Goal“ sagt 1:9, es sind noch lange lange 16km bis ins Ziel, aber ich weiß dass der Wind mich schieben wird. Ich verzichte auf die „sicherere“ nördliche Routenwahl, steige ins Gas und fliege gradeaus Richtung Goal. Nervös beobachte ich meine Gleitzahl.. eine Zeitlang schaut es ganz schön knapp aus, aber dann beginnt mein „Glide-to-Goal“ langsam zu sinken und ich bin sicher, dass ich es schaffen werde. Mit rund 200 Höhenmetern komme ich über dem Ziel an. Landung ist ein Kinderspiel, ich freue mich wie eine Schneekönigin über den tollen Flug!

Tatsächlich war ich „schnellste“ Frau, allerdings nicht „erste“ Frau, da Kanan Thakur aus Indien zwar zwei Minuten nach mir gelandet ist, aber mehr Leading Points eingesammelt hat. Egal, mit Platz 29 von 120 Piloten find ich super!

Freu mich schon auf den dritten Task!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.