10.04.18 Buchenberg

Für heute scheint mal wieder der Buchenberg Matchwinner zu sein, am Tegelberg bläst bei 6hPA der Wind mit 35km/h aus Süd, am Buchenberg ist er eher schwach und dreht ab mittags sogar auf nördliche Richtungen. Auf dem Parkplatz treffe ich Gigi von der Flugschule Pfronten, die heute zufälligerweise einen Dudek Colt2 in meiner Größe dabei hat. Wenn sich so eine Gelegenheit schon mal ergibt, dann will ich den natürlich gleich mal probefliegen.

Beim Auspacken fallen schonmal positiv die optimierten Tragegurte auf. Insbesondere die Bremsbefestigung dürfen sich andere Hersteller gerne mal abschauen.

Der Start mit dem Colt geht sehr unaufgeregt und einfach..

So richtig viel geht heute leider nicht und so bleibt es bei einem kurzen Flug. Wer mehr über den Colt erfahren möchte, kann ihn bei Gigi bestimmt gerne mal ausleihen.

Da die Thermik weiterhin eher schwach ist, sitzen wir ein Weilchen am Startplatz und schauen dem lustigen Treiben zu. Gegen 15:00 Uhr mache ich mich dann doch noch fertig für einen weiteren Flug, diesmal allerdings wieder mit meinem gewohnten Flügel denn der nächste Testpilot wartet schon auf den Colt 🙂

Der Alpina trägt mich gleich mal ein paar hundert Meter über Start, gemeinsam mit Hans drehe ich ein paar Kreise und entscheide mich dann, in Richtung Trauchgauer mein Glück zu versuchen. Da geht aber heute leider gar nichts und so drehe ich schließlich ab Richtung Landeplatz, den ich allerdings nicht mehr erreichen kann. Im kräftigen Ostwind lande ich auf Höhe des neuen Edeka Markts vor Buching.

Schnell zusammengepackt und die Ausrüstung geschultert, wenige Minuten später komme ich an der Talstation an und staune über den nun sehr kräftigen Westwind. Überall sehe ich plötzlich Schirme mit angelegten Ohren ohne Fahrt und ohne nennenswertes Sinken in der Luft stehen. Eine arme Schülerin kann sich mithilfe der Funkunterstützung bis zum Parkplatz retten.

Ich nehme das Auto und fange an, Flieger einzusammeln. Die ersten beiden Piloten kurz hinter Buching, der eine berichtet, dass seine Frau in Panik die Rettung geworfen hat, weil ihr Schirm immer nur weiter gestiegen ist. Richtung Trauchgau sehe ich Volker und Stefan auf einer Wiese stehen, sie erzählen von sehr turbulenten Bedingungen im Endanflug, das war wohl kein Spaß. Schließlich sammele ich kurz vor Steingaden noch Hans auf, während Dirk bis nach Lechbruck fahren muss um Remi wieder zu seinem Auto zu bringen.

Da ist doch tatsächlich mal am Buchenberg der Föhn durchgebrochen, kombiniert mit der nahenden Front sehr sehr unangenehme Flugbedingungen!

Ach ja.. und als wir alle glücklich wieder an der Talstation stehen, macht Knut noch dieses Foto von einem angst- oder hirnlosen Piloten:

Man muss schon ganz genau hinschauen!

Abenteuerlicher Tag heute am Buchenberg!

Kleine Ergänzung zu dem „angst- oder hirnlosen Piloten“. Ein Fliegerkollege hat mich richtigerweise darauf angesprochen, dass der Pilot vielleicht gar nicht mit Absicht direkt dort unter der schwarzen Wolke fliegt. Möglicherweise ist er einfach dort oben hingespült worden und nun so landeplatzfixiert, dass er unter der Wolke sinnlos gegen den Wind ansteht. In dem Fall wäre es sicherlich die bessere Alternative entweder per Abstiegshilfe abzusteigen oder – falls das nicht möglich ist – mit dem Wind von der hereinkommenden Front wegzufliegen. Beides macht der Pilot hier nicht, aber ob aus Absicht oder aus Unvermögen kann ich natürlich nicht sagen. Sollte ich dem Piloten Unrecht getan haben, dann möchte ich mich an dieser Stelle herzlich entschuldigen!

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2 Kommentare zu 10.04.18 Buchenberg

  1. H. R. sagt:

    Bist Du sicher, das hier der Föhndurchbruch der Auslöser war? starker Westwind, Dauersteigen sind doch eher eindeutige Zeichen für die Front. Wenn der Föhn durchbricht gehts eher stramm abwärt im Sackflugstyle . Wenn sichs anders verhält, ich lerne gerne was dazu.
    Gruß Rob

    • Iarexx sagt:

      Hi Rob,

      ich habe mit diversen Piloten über die Wetterlage diskutiert.. dazu habe ich nochmal einen seperaten Blog geschrieben. Vielleicht schreib ich demnächst öfter mal was über’s Wetter 🙂 Der Föhn ist wahrscheinlich hier nicht klassisch „durchgebrochen“, trotzdem hat die Föhnlage durch die überlagende Südlage wohl auch ihren Teil zu den hohen Windgeschwindigkeiten in niederen Lagen beigetragen.

      Lieben Gruß

      Alexandra

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